Austausch zur Prostitution und zum Nordischen Modell

K. Neuhaus vom Nordischen Modell, C. Thiébault-Martinez der fr. Nationalversammlung, G. Schönborn von Neustart e.V. und MdA A. NiemczykK. Neuhaus vom Nordischen Modell, C. Thiébault-Martinez der fr. Nationalversammlung, G. Schönborn von Neustart e.V. und MdA A. Niemczyk

Beim Besuch der französischen Abgeordneten Céline Thiébault-Martinez der Nationalversammlund stand eines der sensibelsten gesellschaftspolitischen Themen im Mittelpunkt: der Umgang mit Prostitution und der Schutz von betroffenen Frauen. In intensiven Gesprächen ging es um politische Verantwortung, wirksame Schutzkonzepte und die Frage, welche Rahmenbedingungen echte Perspektiven ermöglichen.

Aldona Niemczyk machte deutlich, dass die Legalisierung der Prostitution in Deutschland ihre Versprechen nicht eingelöst hat. Statt Sicherheit und Schutz zu gewährleisten, habe sie in vielen Fällen Ausbeutung, Abhängigkeit und organisierte Kriminalität begünstigt. Besonders im Straßenstrich-Milieu zeigen sich die Schattenseiten eines Systems, das Frauen oft sich selbst überlässt.

Der gemeinsame Besuch bei Neustart e. V., einer seit Jahrzehnten engagierten Ausstiegsberatung, verdeutlichte eindrucksvoll, wie schwierig die Lebensrealität vieler Betroffener ist. Gewalt, psychische Belastungen, finanzielle Not und fehlende Alternativen prägen den Alltag vieler Frauen. Der Weg in ein selbstbestimmtes Leben ist ohne gezielte Unterstützung kaum möglich.

Im Vergleich dazu verwies Aldona Niemczyk auf die Erfahrungen mit dem Nordischen Modell. Dieses stellt nicht die betroffenen Frauen unter Strafe, sondern nimmt die Nachfrageseite in die Verantwortung. Gleichzeitig werden Ausstiegshilfen, Beratung und Schutzangebote gezielt ausgebaut. Für sie ist dieses Modell ein glaubwürdiger Ansatz, um Würde und Menschenrechte in den Mittelpunkt zu stellen.

Für Aldona Niemczyk ist klar: Politik darf sich dieser Realität nicht entziehen. Wegsehen ist keine Option. Ein System, das Ausbeutung duldet, ist mit den Werten einer sozialen und rechtsstaatlichen Gesellschaft nicht vereinbar. Sie setzt sich deshalb für einen Kurswechsel ein – hin zu mehr Schutz, mehr Prävention und echten Perspektiven für betroffene Frauen.

Ihr Ziel bleibt eine Politik, die nicht verwaltet, sondern handelt. Die Würde des Menschen muss auch in schwierigen gesellschaftlichen Bereichen uneingeschränkt gelten.

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